Begegnungen in Israel – Fahrt vom 09.-17.04.2019

Eine Reise mit vielen Höhepunkten, persönlichen Begegnungen und Erleben der politischen Situation im Nahen Osten.

Endlich war es am 09.04.2019 soweit: 17 Schülerinnen und drei Schüler im Alter von 17 Jahren machten sich mit ihrer Lehrerin, Frau Tanja Schuhen sowie den Lehrern Wolfgang Fiedler und Frank Wendel auf die Reise in den Nahen Osten. Diese Reise war gut vorbreitet und alle waren gespannt, denn zunächst stand ein Treffen in der Partnerstadt Jokneam mit der Partnerschule Alon High School an und die beiden ersten Nächte wurden in Gastfamilien verbracht.

Während die israelischen Jugendlichen am Vormittag eine Prüfung zu schreiben hatten, machte sich die Gruppe aus Wiehl zusammen mit Danny Benishway, dem Organisator und Verbindungsmann der Schule, auf den Weg, um Jokneam und Umgebung zu bestaunen: Haifa mit den Bahai’i-Gärten, der Rothschild-Garten und der Besuch im Beth-El-Kibbuz begeisterten die Reisenden. Im Anschluss ging es zur Schule und nach dem gemeinsamen Essen startete Danny eine kleine Informatik-Vorlesung für alle, die die Grundlage für eine Rallye in gemischten Teams (Jokneamer und Wiehler) bildetet.

Der Abend stand weiterhin ganz im Zeichen der Begegnung, den alle israelischen und deutschen Jugendliche gemeinsam bei einem Barbecue feiernd verbrachten.

Am nächsten Tag hieß es Abschied zu nehmen, da nun die Rundreise durch Israel startete. Unter fachkundiger Führung des Guides Ofer Moghadam ging es zunächst in den Golan. Hier konnten alle die besondere Grenzsituation zu Syrien erkennen. Der Rückweg führte in das Drusendorf Mas’ade und auch über diese reliöse Minderheit wurde besonders informiert. So spielten während der gesamten Zeit die Religionen in Israel und im Nahen Osten eine besondere Rolle.

Am See Genezareth standen der Besuch der Kirche der Seligpreisung und der Petruskirche auf dem Programm. Die Tagesreise endete im Kibbuz Degania, einem Kibbuz der Gründerzeit aus 1920. Nach dem Abendessen stand der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Kibbutzler Idan der Gruppe für Information und Diskussion zur Verfügung.

 

Nach nur einer Nacht ging es weiter: die Fahrt führte durch die Westbank und die Wüste bot allen einen eindrucksvollen Anblick. Ein erster Stopp war die Taufstelle Jesu am Jordan Qasr al-Yahud und ein zweiter ermöglichte eine kleine Wanderung in der Oase Ein Gedi bis hin zum David-Wasserfall.

Ofer informierte ausführlich über die Veränderung des Toten Meeres, welches natürlich auch besucht wurde: „Baden im Toten Meer“ (oder besser Schweben auf dem Toten Meer) war einer der Höhepunkt.

Danach dann die politische Situation: der Bus brachte die Gruppe durch die Grenzkontrollen und vorbei an Siedlungen und Mauer nach Talitha Kumi in Beth Jala, einem Gästehaus der Berliner Mission.

Nach dem Abendessen gab es auch hier ein Gespräch sowie eine Diskussion mit dem Schulleiter Matthias Wolf. Er berichtete von der Geschichte aber auch von der aktuellen Situation: 800 Schüler besuchen täglich die Schule und dabei sind 80 Schüler, die die Schule und das Abitur in Deutsch absolvieren. Neben der Schule gibt es einen Kindergarten und eine Ausbildung für Hotelgewerbe.

Eine direkte Konfrontation mit dem Nahost-Konflikt sollte dann am nächsten Tag erfolgen: Unter Leitung von Faten Mukarker, einer Palästinenserin, erfuhr die Gruppe einiges über die Konfliktlage. Noch deutlicher wurde diese bei dem Besuch eines Jugendzentrums in einem Flüchtlingslager. Die meist jugendlichen Palästinenser, bereits in dritter Generation im Flüchtlingslager, informierten durch einen Film und in einem kleinen Vortrag über ihre Lage, die weitab von einer friedlichen Lösung zu sein scheint. Noch lange haben sich Besuch und Diskussion bei der Gruppe ausgewirkt, Gespräche entstanden direkt im Anschluss, im Laufe des Abends und immer wieder auch in den Folgetagen.

 

Da viele SchülerInnen der Reisegruppe auch TeilnehmerInnen des Projektkurses „… dass Auschwitz sich nicht wiederhole“ sind, war der Besuch von Yad Vashem am nächsten Tag quasi ein Muss und beeindruckend.

Übernachtet wurde im Friedensdorf Neve Shalom, wo in einer Informationsrunde der Grundgedanke des Dorfes - ein friedliches Zusammenleben von Juden, Moslems und Christen – vorgestellt wurde.

 

Jerusalem mit der Altstadt und der Klagemauer war ein unbedingtes Muss für eine Gruppe, die zum ersten Mal in Israel ist. Ofer führte die Gruppe vom Ölberg herab, vorbei an Dominus Flevit, der Kirche der Nationen und dem Garten Gethsemane in die Altstadt, entlang der Via Dolorosa bis hin zur Grabeskirche. Von da aus ging es weiter durch den Cardo bis hin zur Klagemauer.

 

Am Abend wurde Tel Aviv-Jaffa erreicht. Ein Rundgang durch Jaffa am nächsten Vormittag zeigte den Reiz der Altstadt. Am Nachmittag konnte die Gruppe Tel Aviv bei einer Busrundfahrt näher erleben. Die im Bauhaus-Stil errichtete Weiße Stadt, das weltweit größte Zentrum von Gebäuden im Internationalen Stil, ist seit dem Jahr 2003 UNESCO-Weltkulturerbe.

Besondere Aufmerksamkeit erforderte der Stopp am Rabin-Platz, an dem Ofer noch einmal die Situation von 1995 verdeutlichte und über den Mord an Jitzak Rabin informierte.

Den letzten Nachmittag verbrachte die Gruppe dann am Strand von Tel Aviv.

 

Als Resümee kann sicherlich gesagt werden, dass es eine besondere Fahrt war, die dazu führte, dass die schwierige politische Situation nun besser verstanden werden kann.

Der Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern am Anfang und dazu die Erfahrungen aus Kibbuz, Friedensdorf und deutscher Schule im palästinensischen Gebiet sowie die jeweiligen Gespräche vor Ort haben die Schülerinnen und Schüler nachhaltig geprägt und keiner ist so nach Hause gefahren wie er nach Israel gekommen ist.