Roubaix

Roubaix – Wiehl

Deutsch-französischer Austausch des DBG

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Wiehl, 10.-14.03.2014

Fünf Tage eintauchen in die französische Kultur, gleichaltrige Französinnen und Franzosen kennen lernen, Partys feiern, Freundschaften schließen und durch Ausflüge etwas von Nordfrankreich sehen – das ist der Roubaix-Austausch. Und ganz nebenbei verbessert man auch noch seine Verständigungskompetenzen, ob französisch, deutsch, englisch oder pantomimisch.

Die 25 deutschen Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen wurden vom 10.-14.03.2014 von Frau Reith und Herrn Kretzer begleitet. Auch die Lehrer kamen in Gastfamilien - bei den französischen Deutschlehrern Mme Dupriez und M Beauchamp - unter. Doch zum Unglück der Lehrer wurden in diesen Familien sicherlich keine so coolen Partys geschmissen, wie bei den Schülern. Jeden Abend trafen sich französische und deutsche Jugendliche um zu quatschen und zu feiern.

Am Vormittag von der Schule organisierte Events, wie ein Besuch der Stadt Lille oder eine Fahrt ans Meer, und am späten Nachmittag Spaß mit den Franzosen: Eine tolle Kombination, die beim Gegenbesuch der Franzosen im Mai sowie im nächsten Jahr wieder alle begeistern wird.

Patricia Borschbach

 

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"Mon Dieu - ich denke schon auf Französisch!" 

- so äußerte sich eine Schülerin des DBG nach ihrem einwöchigen Aufenthalt in der Partnerstadt Roubaix. Dieses sprachliche Erlebnis war nur eines von vielen wertvollen interkulturellen Erfahrungen, welche die Schülerinnen und Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Wiehl während des diesjährigen, zum vierten Mal stattgefundenen Schüleraustauschs zwischen dem DBG Wiehl und dem Collège Saint-Exupéry in Roubaix machen konnten.

Den Anfang machte der Besuch der 25 deutschen Teilnehmer der Klassen 8 und 9 in Roubaix im März. Die anfängliche Zurückhaltung beim Empfang wechselte bald in muntere Konversation mit den correspondants - mal auf Französisch, mal auf Deutsch, teils auch mit Händen und Füßen oder auch mal gefüttert mit einem englischen Satz. Es ist ein schleichender Prozess - sich trauen, "frei drauf loszusprechen" - doch dieses Jahr wurde diesem Prozess durch den Wettergott ein wenig auf die Sprünge geholfen: der viele Schnee, den Roubaix das letzte Mal vor 37 Jahren in solchem Maße erlebt hatte, machte einige Ausflüge und Aktivitäten leider unmöglich. So musste der Tagesausflug ans Meer einem Tag im Schnee oder in den französischen Familien weichen, denn es fuhren keine Busse, keine Bahnen - Roubaix stand still. Still war es in den Familien jedoch nicht - es wurde gebacken, gequatscht, getanzt und gesungen. Nachdem sich das Wetter wieder etwas beruhigt hatte, konnten dann in den verbleibenden Tagen doch noch die Städte Roubaix und Lille erkundet, sowie ein typischer französischer Schultag erlebt werden. Zurück in Deutschland durften die den Austausch organisierenden Französischlehrer des DBG Nadine Reith und Marco Kretzer u. a. folgende Erfahrungsberichte lesen:

Die Zeit in Roubaix war wunderschön. Ich habe viele neue Freunde und Erfahrungen gewonnen. Ich hatte viel Glück, da meine französische Gastfamilie sehr nett war. Ich werde sicher oft an sie zurückdenken und freue mich jetzt schon auf den Besuch von meiner Austauschpartnerin... (Schülerin der 9b)

Der Austausch war sehr erfahrungsreich. Ich weiß nun viel über das Leben und die Schule in Frankreich, was sehr interessant war. Toll war es mit meiner Austauschpartnerin zu reden und ich weiß schon jetzt, dass ich irgendwann einmal wieder nach Roubaix fahren werde, um sie wieder zu treffen. Vielleicht ja schon in den kommenden Sommerferien... (Schülerin der 8a)

Der Gegenbesuch in Deutschland, zwei Monate später, ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal spielte das Wetter schon eher mit. Nachdem die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre correspondants in der Schule freudig empfangen hatten, wurden diese, gemeinsam mit ihren Lehrern Véronique Dupriez und Dimitri Beauchamps durch die Stadt Wiehl im Ratssaal offiziell begrüßt. Wiehls Vizebürgermeister Wilfried Bast ging auf die Bedeutung des persönlichen Kennenlernens junger Menschen in Europa ein und betonte, gerade im Hinblick auf das im Juni / am kommenden Wochenende anstehende 20-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Wiehl-Hem, wie schön und wichtig es ist, interkulturelle Beziehungen weiterhin zu knüpfen und zu pflegen. 

Die folgenden Tage waren mit verschiedenen Fahrten und Aktionen gefüllt. Dabei durfte Köln nicht fehlen: hier standen eine Dombesteigung und eine Rheinschifffahrt auf dem Programm und genug Zeit zum Shoppen blieb auch noch übrig. Beim Geocaching im Landschaftspark Duisburg konnten sie im Team mit GPS-Geräten auf abenteuerliche Schatzsuche gehen und am letzten Tag bot der gemeinsame Ausflug ins nah gelegene Freilichtmuseum nach Lindlar allen Beteiligten einen Einblick in das Leben von anno dazumal. Hier wurde in zwei verschiedenen Ateliers gearbeitet: gemeinsam kochten die correspondants nach typisch bergischer Art oder stellten in der alten Seilerei ihre eigenen Seile her. 

Den krönenden Abschluss bildete das gemeinsame Abschiedsfest im Wiehlpark, bei dem fröhlich getanzt, gefeiert und geschmaust wurde und das schon einen Tag vor Abreise der französischen Besucher erkennen ließ, dass der bevorstehende Abschied bei einigen Teilnehmern sicher und hoffentlich keiner für immer war. 

(N. Reith, M. Kretzer)...dann ist eine internationale Delegation zu Gast. In diesem Falle eine Schülergruppe unserer Partnerschule in Frankreich, dem Collège Saint-Exupéry in Roubaix, direkt neben Wiehls Partnerstadt Hem gelegen.

 

 

Wenn der Bürgermeister Eis spendiert...

 

Seit einigen Jahren findet der Austausch zwischen den beiden Schulen statt; eine Woche besuchen die deutschen Schüler Frankreich, eine Woche sind die Franzosen bei uns zu Gast.

 

Einziger Wermutstropfen sind immer die vielen Tränen, die bei der Verabschiedung der Teilnehmer voneinander fließen. Doch erfahrungsgemäß bestehen einige virtuelle Kontakte via Internet weiter und auch Verabredungen für die nächsten Ferien wurden schon zwischen einzelnen correspondants getroffen.

Der Austausch mit Roubaix wird an unserer Schule den Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 (so sie denn Französisch gewählt haben) angeboten. Damit ist er gewissermaßen le dernier cri - der letzte Schrei, der sie nach Frankreich ruft, bevor sie angesichts der Oberstufe entscheiden müssen ob und wie (Grund- oder Leistungskurs) sie Französisch weiterführen.

Die sprichwörtliche Entdeckung von Land und Leuten, der intensive Kontakt mit dem Austauschpartner und der Gastfamilie war da schon für manchen Schüler eine wertvolle Entscheidungshilfe, eine über Jahre erlernte Sprache weiterzuführen und zu intensivieren.

Die Fachschaft Französisch bemüht sich aus diesem Grunde auch darum mit ihren internationalen Partnern vielfältige Austauschmöglichkeiten anzubieten. Nicht umsonst heißt das aktuelle Französisch-Lehrwerk Découvertes (Entdeckungen) - denn dazu laden die Französischlehrkräfte die Schülerinnen und Schüler des DBG ein. Ganz im Sinne der in Deutschland lebenden Autorin Nathalie Licard. „Pour moi, apprendre une langue, c'est avant tout parler, rencontrer et partager, quitte à provoquer des situations cocasses...“ * Im Unterricht und in frankophonen Ländern.

Ralf Strauss

 

* Eine Sprache lernen heißt für mich vor allem sprechen, Leute treffen und Erfahrungen zu teilen, auch auf die Gefahr hin, komische Situationen zu provozieren.