Vertretungskonzept

 

Zuständigkeit der Lehrerkonferenz

1...Schulgesetz §68 Abs. 3

(3) Die Lehrerkonferenz entscheidet über

   

1.Grundsätze für die Unterrichtsverteilung und die Aufstellung von Stunden-, Aufsichts- und Vertretungsplänen.     

Kommentar dazu:“ Dieser Absatz (Abs.3) ist ein abschließender Katalog der  Entscheidungsbefugnis der Lehrerkonferenz,...Bei vier der sechs Nummern ist die Entscheidungsbefugnis der Lehrerkonferenz auf  Grundsätze begrenzt, weil es dabei um Aufgaben der Schulleitung geht. Grundsätze sind abstrakt und generell. Sie regeln als grundsätzliche Vorgaben keine Einzelfälle und nichts abschließend. Sie lassen in Einzelfällen begründete Ausnahmen zu, über die der Schulleiter im Rahmen seiner Aufgaben entscheidet.

 

2. Die Verpflichtungen für die Lehrkräfte regelt §11 ADO §11 Arbeitszeit, Vertretungskonzept, Mehrarbeit

(2) Die Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden eines Lehrers oder einer Lehrerin kann vorübergehend aus schulorganisatorischen Gründen um bis  zu sechs Stunden über- oder unterschritten werden. Eine Überschreitung um mehr als zwei Stunden soll in der Regel nicht ohne Zustimmung der betroffenen  Lehrkraft erfolgen, wenn die über zwei Wochen hinaus andauert. Die zusätzlich oder weniger erteilten Unterrichtsstunden sind innerhalb des Schuljahres auszugleichen, ausnahmsweise im folgenden Schuljahr.

(3) Lehrer und Lehrerinnen können, soweit sie während der allgemeinen Unterrichtszeit der Schule nicht im Unterricht eingesetzt sind, durch den Schulleiter oder Schulleiterin bei Bedarf im Rahmen des Zumutbaren mit anderen schulischen Aufgaben betraut werden. Sie können im Einzelfall zur Anwesenheit in  der Schule verpflichtet werden, wenn Aufgaben in der Schule, insbesondere kurzfristig wahrzunehmender Vertretungsunterricht, dies erfordern.

             

(4) Wenn der stundenplanmäßige Unterricht wegen Abwesenheit der zu Unterrichtenden nicht erteilt werden kann (z.B. Abgangsklassen, Schulfahrten, Exkursionen, Berufspraktika) oder durch Abschlussprüfungen (z.B. Abiturprüfung) vorzeitig endet, sollen die nicht erteilten Unterrichtsstunden insbesondere für Vertretungszwecke  verwendet werden. Besondere dienstliche Belastungen sind im Einzelfall zu berücksichtigen.

 

(5) Wenn zwingende dienstliche Verhältnisse (z.B. Fachlehrermangel) es erfordern, können Lehrer und Lehrerinnen verpflichtet werden, über ihre  Pflichtstunden hinaus Mehrarbeit zu erteilen. Dabei sind die allgemeinen Regelungen über die Mehrarbeit und die von der Lehrerkonferenz aufgestellten Grundsätze zu beachten. Besondere dienstliche Belastungen und persönliche Verhältnisse der Betroffenen sollen berücksichtigt werden.

 

Ziel des Vertretungskonzeptes

 

  • Vertretungsunterricht ist unvermeidlich; er gehört zum schulischen Alltag.
  • Die Umsetzung eines Rahmenkonzeptes für den Vertretungsunterricht soll
  • dazu beitragen, dass Unterricht, der von der zuständigen Lehrperson nicht erteilt werden kann, in deutlich höherem Umfang als bisher als Unterricht bzw. unterrichtsdienlich stattfindet (Sek I + Sek II), d.h. dass eine Vertretung (Sek I) oder Auftrags- und/ oder materialgestütztes selbstständiges Arbeiten (Sek  II) die Regel wird,
  • dazu beitragen, dass Vertretungsunterricht sinnhafter Unterricht ist,
  • die Erwartungen von Schülern in Bezug auf Vertretungsunterricht sich dergestalt ändern, dass es vor Beginn eines Unterrichts nicht erst zu Auseinandersetzungen mit der Lehrperson kommt, ob Unterricht gemacht wird oder nicht, stattdessen   Unterricht erwartet wird,
  • dazu beitragen, dass Vertretungsunterricht weniger anstrengend ist  als der eigene Unterricht,
  • nicht zu einer unzumutbar hohen  Belastung der Lehrerinnen und Lehrer führen.

 

Umsetzung des Vertretungskonzeptes

Vertretung in der Sekundarstufe I

In der Sek. I  wird Unterricht weiterhin so vertreten wie angelaufen (von der 1. bis einschließlich 6. Unterrichtsstunde).  Bei vorhersehbarem Unterrichtsausfall bereiten die

Lehrerinnen und Lehrer, deren Unterricht betroffen ist, konkrete Anweisungen und Aufgaben vor bzw. stellen Materialien zur eigenständigen Erarbeitung durch Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht zur Verfügung.

 

Vertretung in der Sekundarstufe II

Perspektivisch sollen die Schülerinnen und Schüler auch in der Sekundarstufe II von der bis zur 6. Stunde in allen Ausfallstunden in Arbeit gesetzt werden,  wenn es sachdienlich und pädagogisch sinnvoll sowie schulorganisatorisch realisierbar ist.

Dazu sollen Kolleginnen und  Kollegen bei vorhersehbarem Unterrichtsausfall Materialien bereitstellen, mit denen die Schüler arbeiten; - dies wird bereits schon bisher von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen so gehandhabt.

Um zu  gewährleisten, dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig arbeiten, erscheint eine Übergangs- bzw. Umgewöhnungsphase notwendig. Über einen überschaubaren Zeitraum soll daher, beginnend mit der gegenwärtigen Jahrgangsstufe 10, Anwesenheit und Vollzähligkeit durch eine Aufsicht führende Lehrkraft überprüft werden. Ziel ist eine eigenverantwortliche Materialienbeschaffung und -erarbeitung  durch die Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude (Kursraum; perspektivisch: Selbst-Lern-Zentrum) im Sinne des EVA.

 

Perspektiven                                                                                

Um in der Zukunft auch nicht vorhersehbaren Unterrichtsausfall sinnvoll vertreten zu können, entwickeln die Fachschaften Arbeits-Module bzw. Materialien für ad-hoc-Vertretungen in allen Jahrgangsstufen der S  I und S II. Die Unterrichtsmaterialien sollten (insbesondere für die S II) so konzipiert sein, dass die  Schülerinnen und Schüler die darin vorgegebenen Aufgaben und Materialien eigenständig erarbeiten können.

 

Institutionelle Voraussetzungen

Im Vorraum des Lehrerzimmers wurde eine zentrale Ablagestelle für Unterrichtsmaterialien im Vertretungsfalle eingerichtet. Die vertretenden Kolleginnen und Kollegen bzw. in der S I in der Regel die Kurssprecherinnen und Kurssprecher können dort die für die jeweilige Klasse/ den jeweiligen Kurs vorgesehenen Materialien, die in  der/ den Vertretungsstunde/n bearbeitet werden sollen, abholen.