Latein

 

Tempora mutantur ...   Die Zeiten ändern sich ...

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Fach Lateinisch um seine Etablierung an unserer Schule kämpfen musste. Seit Mitte der 70er Jahre wird es am DBG unterrichtet, zunächst nur in wenigen Klassen bzw. von  e i n e m   Lateinlehrer, Herrn G. Eggert, heute von drei Kolleginnen und Kollegen (J. Mombartz, B. Heuser, B. Scholz-Mönkemöller).

 

Das DBG hat Lateinisch anfangs nur ab der Stufe 7 angeboten, dann zusätzlich ab 9 im WP II-Bereich. Die Anwartschaft auf das Latinum erwarb man bei entsprechender Note am Ende der Stufe 11 bzw. 12.  Seit Anfang der 80er Jahre wurde unser Fach auch von Realschülern gewählt, die nach dem Schulwechsel eine zweite Fremdsprache belegen mussten. 1984 war Latein erstmalig eines der schriftlichen Abiturfächer. In der Zeit von 1993-99 konnten Realschüler im zeitlichen Zusammenhang mit ihrem Abitur die schriftliche und mündliche Ergänzungsprüfung ablegen und so das im ganzen Bundesgebiet gültige Latinum als Qualifikation erwerben.

Zur Zeit wird Latein am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in zwei Kursarten angeboten, als Kurs ab der Stufe 6 und ab der Stufe 8.

Die erste Sprachenklasse Lateinisch ab 6 besucht inzwischen die Stufe 12. Im Sommer 2008 begannen erstmals zwei Lerngruppen der Stufe 6 mit Lateinisch als zweiter Fremdsprache. Dies entspricht dem Aufwärtstrend im Bundesgebiet, der seit mehreren Jahren zu beobachten ist. Zur Zeit gibt es, verteilt auf die Stufen 6 bis 12, elf Lateinklassen bzw. -kurse.

 

... nos et mutamur in illis. ... und wir uns in ihnen.

Zum Lateinunterricht vergangener Tage gibt es heute einen grundlegenden Unterschied: Moderner Lateinunterricht ist in erster Linie Textunterricht, schon in der Spracherwerbsphase. Formen- und Satzlehre sind immer auf die Texterschließung hingeordnet, das Grammatikpensum bleibt auf die für die Lektüre notwendigen Phänomene beschränkt. Denn das Ziel des LU ist die Erschließung und Interpretation lateinischer Originaltexte. 

Die Schriftsteller, die im heutigen Lateinunterricht gelesen werden, behandeln zeitlos gültige Themen (z. B. Seneca, Plinius, Cäsar, Cicero, Sallust, Catull, Ovid). Zwischen den Auffassungen, wie sie in diesen Texten der lateinischen Literatur vertreten werden, und heutigen Wertvorstellungen oder Möglichkeiten, die Welt zu gestalten, gibt es - bedingt durch den zeitlichen Abstand - große Unterschiede, aber auch erstaunliche Übereinstimmungen. Durch die kritische Auseinandersetzung mit diesen anderen Denk- und Handlungsweisen kommt es im Lateinunterricht zur „Historischen Kommunikation“ mit dem Text. Die Antike wird dementsprechend heute nicht mehr nur als Vorbild unserer Zeit gesehen, sondern erscheint in diesem Prozess der Auseinandersetzung mit dem Text neutral als „Gegenbild“ zu unserer heutigen Zeit. Auch auf Grund dieser Schwerpunktsetzung steht Latein gleichberechtigt neben den modernen Fremdsprachen.