"... dass Auschwitz sich nicht wiederhole"

Liebe SchülerInnen der Stufe 10,

ihr überlegt, ob der Projektkurs "...dass Auschwitz sich nicht wiederhole" etwas für euch ist? Ihr wisst aber nicht genau, was sich hinter diesem, zugegebenermaßen etwas sperrigen, Titel verbirgt? Dann lest hier weiter und erfahrt etwas über die Grundidee und mögliche Formen der Umsetzung, die hier anhand der bisherigen Kurse (nur in Ausschnitten) dargestellt sind. Natürlich könnt ihr mich auch gerne ansprechen! --> Tanja Schuhen

 

Hier noch zum untenstehenden Ablauf ein Update bzw. eine Kurzfassung:

  • Nach einer ersten gemeinsamen Arbeit und Vorbereitung werden wir die Schule verlassen und
  • außerschulische Lernorten besuchen (ELDE-Haus Köln, Berlin oder Weimar als mehrtägige Exkursion)
  • Wir werden dann erfahren, wie es um die rechte Szene in Oberberg gestellt ist (Expertenvortrag)
  • und (auf Wunsch) ein Seminar mit Übernachtung besuchen: "Rote Karte für Rassismus".
  • Dann geht es so weiter, wie ihr es euch wünscht. Im Kurs oder in Interessenskleingruppen wird überlegt, welche kleineren Projekte ihr angehen wollt. Hier seid ihr, sind eure Ideen und euer Engagement gefragt... Lest unten weiter, was alles möglich ist.

Ich freue mich auf euch! T.Schuhen

 

Über die Idee und den Ablauf des Kurses

Der Titel des Projektkurses basiert auf folgendem Ausspruch des Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sein, ist die allererste an Erziehung.“. Durch diese Forderung wird der Bogen zwischen dem historischen Gegenstand des Nationalsozialismus und der Verantwortung der Erziehung (auch durch Schule) für die Zukunft geschlagen. In Adornos Sinne ist die Beschäftigung mit dem Themenkomplex Nationalsozialismus mit dem Ziel einer Erziehung zur Menschlichkeit verbunden. Der Projektkurs schafft einen Lernanlass, an dem Jugendliche am Beispiel dieses historischen Geschehens die Bedeutung von Toleranz, Humanität und Zivilcourage erkennen. Daher richtet sich die Arbeit in dem Projektkurs neben dem notwendigen Blick in die Vergangenheit (Besuch des NS-Dokumentationszentrums in Köln und Studienfahrt nach Weimar mit Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald) an der Zukunft aus und bleibt nicht bei dem bloßen Erkennen der vergangenen Geschehnisse stehen. Sie will auf eine grundlegendere, möglichst konkrete humane Orientierung abzielen, nicht auf vorschnelle, politisch und moralisch korrekte Bekenntnisse. Humanität mussan Beispielen mit Inhalt gefüllt werden. Dazu untersuchen die Schüler ihre eigene Lebenswelt auf intoleranten Strömungen und mangelnde Zivilcourage und entwickeln daraufhin eigene kleinere Verantwortungsprojekte. Im ersten "Durchlauf" des Kurses folgende Projekte auf die Beine gestellt:

  • Bonhoeffer-AG für die Klassen 5
  • „Dance against Discrimination“ - Benefizkonzert für mehr Toleranz und Respekt
  • Sozial Genial – die CD, eine Kooperation des DBG mit der Hugo-Kükelhaus-Schule Oberbantenberg
  • Leseprojekt mit der Sprachenschule Oberwiehl
  • Information für Schüler und Lehrer über rechte Codes im Alltag, inkl. Informationsmappe
  • Erntedank-Aktion für die Tafel Oberberg
  • Weihnachtskisten-Aktion für die Tafel Oberberg

 

 

 

Schülerinnen und Schüler des DBG auf den Spuren des Nationalsozialismus in Köln, Weimar und Erfurt

Projektkurs des DBG setzt sich intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinander

 

Im Februar 2013 startete der zweite Durchgang des Projektkurses „…dass Auschwitz sich nicht wiederhole“ am Wiehler Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. 20 Schülerinnen und Schüler der Stufe 11 nutzen in diesem Kurs die Möglichkeit, sich intensiv an außerunterrichtlichen Schauplätzen mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen und darauf aufbauend durch die Planung, Vorbereitung und Durchführung zahlreicher Aktionen und Projekte Sozialengagement und Zivilcourage zu beweisen und auf diese Weise etwas da-für zu tun, „dass sich Auschwitz nicht wiederhole“.

Schnell stand für die Kursteilnehmerinnen und –teilnehmer fest: „Wir können unser Wissen nicht nur aus Büchern beziehen, sondern wollen sehen, wie es damals wirklich war!“ 

So besuchte der Kurs das EL-DE Haus in Köln, das bis 1945 als Sitz der Gestapo mit einem entsprechenden Hausgefängnis fungierte und heute das NS-Dokumentationszentrum beherbergt. Eine Führung sowie eine Einheit in dem neu eröffneten „Geschichtslabor“ eröffneten zahleiche Einblicke in die Funktionsweise des damaligen Systems und brachte erste wichtige Erkenntnisse zum Menschenbild und den Greueltaten der Nationalsozialisten.

Mit der Frage, wie es überhaupt soweit kommen konnte, fuhr der Kurs begleitet von den Lehrerinnen Ellen Weirich und Tanja Schuhen vom 08.-10.05.2013 nach Weimar und Erfurt. Es folgten drei Tage intensiver Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung. Nach dem Einstieg im Weimarer Stadtmuseum folgte eine thematisch angepasste Stadtführung bevor der zweite Tag vollständig dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald gewidmet wurde. „Wir können jetzt ´schrecklich´ definieren.“ oder „Das Wissen wurde jetzt mit Leben gefüllt.“ sind Schüleraussagen, die demonstrieren, wie authentische Lernorte auf die Jugendlichen wirken. In Erfurt, der Gedenkstätte „Firma Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ wurde der Frage der Mittäterschaft und Mitwissenschaft der Bevölkerung nachgegangen, bevor abschließend ein hochinformativer Besuch beim Thüringer Verfassungsschutz anstand, der die Schülerinnen und Schüler über die Gefährdung der Demokratie durch (Rechts-)Extremismus heute aufklärte, wodurch die Frage aufkam „Was haben wir aus der Geschichte gelernt und was können wir selber heute dagegen tun?“ aufgearbeitet.

Diese sehr informative und bewegende Studienfahrt hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im besonderen Maße motiviert, ihre eigene Lebenswelt kritisch unter die Lupe zu nehmen und Ideen auszuarbeiten, wie Zivilcourage und soziales Engagement gezeigt und gefördert werden kann. 

Entstanden ist aus dieser intensiven Arbeit eine beeindruckende Ausstellung, die im November 2013 im Wiehler Rathaus eröffent wurde: Erinnern für die Zukunft.

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Fotos: Leonie Ader: Inschrift Lagertor; Tanja Schuhen: Gruppenfoto, Max Josa Richter: Ausstellung

 

Zudem hat das DBG Wiehl aufgrund dieses Engagements das Schulsiegel "Schule ohen Rassismus - Schule mit Courage" verliehen bekommen.

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Das SOR-SMC Logo gestellt von SchülerInnen des DBG Wiehl

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Die Verleihung das Siegels mit unserem Schulpaten VfL-Star Raul Santos.

 

Projektkurs im dritten Durchlauf - engagierte Elfer arbeiten an ihren Projekten

Auch der diesjährige Projektkurs "...dass Auschwitz sich nicht wiederhole" ist nach Weimar und Erfurt gereist, um sich vor Ort über die Schrecken in der NS-Zeit zu informieren udn sich darauf aufbauend zu überlegen, wie ein kleiner, eigener Beitrag aussehen kann, damit sich dies nicht wiederholt. So arbeiten beispielsweise zur Zeit Schülerinnen an einem Zeitzeugenbefragungsprojekt einer Gedenkstätte mit, es werden Videoszenen gedreht und Fragebögen evaluiert, um etwas über Zivilcourage heute zu erfahren. Die Projekte laufen und man darf auf die Ergebnisse gespannt sein...

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Einer unserer Kooperationspartner, die einzelne Projekte ermöglichen und die Exkursion teilweise ermöglichen:

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